Das Mädchen ohne Ringfinger


Es war vor vielen, vielen Jahren ein junger Fürst, der eine wunderbare und herzensgute Frau hatte. Als nun seine Frau schwer erkrankte, saß der Fürst an ihrem Bett und war todunglücklich. Da nahm die Frau seine Hand, blickte ihm in die Augen und sprach: „Wenn ich tot bin und du eines Tages wieder heiratest, dann nimm nur eine Frau, der mein Ring, den ich noch trage, so vollkommen passt wie mir. Das musst du mir versprechen!“ Der Fürst versprach ihr es, und sie schloss beruhigt die Augen und verstarb.
Viele Monate vergingen, bevor den Fürst die Lust anging, wieder zu heiraten. Er ließ überall verkünden, dass er eine Frau suche. Viele reiche Frauen, die dies hörten, kamen an seinen Hof. Seines Versprechens eingedenk, ließ er die Frauen als erstes den Ring anprobieren. Der einen war er zu eng, der anderen zu weit. Unter all den vielen Gräfinnen und Fürstinnen fand sich keine, der der Ring passte. Und so schlug er sie alle aus.
Eines Tages legte der Fürst den Ring auf den Laubentisch im Garten und vergaß ihn. Die Tochter des Gärtners fand den Ring und da er so schön war, konnte sie nicht widerstehen, ihn anzuprobieren. Er passte wie angegossen. Esra streckte ihre Hand gegen den Himmel und bewunderte sein Glänzen im Sonnenschein. Dann wollte sie ihn wieder vom Finger ziehen, aber welch ein Schreck! Der Ring bewegte sich keinen Millimeter. …

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