Die verzauberte Flöte


… Der Müllersohn wollte seinen Weg fortsetzen und setzte den Fuß auf den schwankenden Torfboden, doch da lief ihm das sumpfige Wasser in den Schuh. Er versuchte an mehreren Stellen durch das Moor zu kommen, aber es gelang ihm nicht. Der Nebel war zu dicht, um einen geeigneten Übergang zu finden. Da entschied er sich Rast zu machen, bis der Nebel sich verzogen hätte. Er pflückte sich einen Rohrkolben und begann mit seinem Messer, das ihm seine Mutter eingepackt hatte, eine Flöte zu schnitzen. Es wurde eine wundervolle Flöte, er setzte sie an die Lippen und fing an zu blasen. Zärtliche Musik entströmte ihr, sie legte sich übers Moor und langsam wich der Nebel. Das Käuzchen lauschte ihr und auch die anderen Vögel des Waldes und es wurde ganz still und friedlich, nur der Gesang der Flöte erfüllte die Luft. Er spielte ein wenig schneller, da bemerkt er, wie er zu schweben begann. Leicht wie ein Schmetterling glitt er übers Moor. „Ei, das ist ja eine Zauberflöte,“ frohlockte der Müllerbursch, „damit kann ich jedes Gewässer, jeden Sumpf und jeden Berg überqueren.“ Er blies solange, bis er das Schloss entdeckte. Er hörte auf, auf der Flöte zu spielen und landete im Schlossgarten.
Der König kam ihm schon entgegen, „Ich habe dich schon lange erwartet …“

Advertisements