Hans und die Wichtelmännchen


„Ich kann machen, was ich will, doch niemand mag mich! Niemand schenkt mir ein freundliches Wort!“, so waren seine Gedanken, wenn er über sein Leben nachdachte.
Eines Nachts träumte ihm von einem Wichtelmännchen, der zu ihm sagte: „Komm morgen zu der alten Linde, klopfe dreimal gegen ihren Stamm. Eine Tür wird sich öffnen. Gehe hindurch!“ Als der Junge morgens aufwachte, wunderte er sich über den Traum und den ganzen Tag ging er ihm nicht aus dem Kopf. In der nächsten Nacht erschien ihm das Wichtelmännchen erneut im Traum und wiederholte seine Worte und auch in der übernächsten Nacht. Als am dritten Tag die Frau wieder mit ihm zankte und der Mann ihn wieder beschimpfte, entschloss der Junge, was er im Traum erfahren hatte. Er ging zur alten Linde. Vorsichtig pochte er dreimal gegen ihren Stamm und tatsächlich: da tat sich eine Tür auf. Er zögerte nicht lange, sondern schlüpfte hindurch. Auf einmal stand er in einem wunderschönen Garten, in dem prächtige Blumen wuchsen. Vögel saßen auf den Zweigen der blühenden Bäume und sangen fröhliche Melodien. Hasen spielten vergnügt auf der Wiese und Schmetterlinge ließen sich vom warmen Wind über die Gräser treiben. Hans spürte wie sein Herz aufging und Freude in ihm erwuchs.
Plötzlich stand ein Wichtelmännchen neben ihm. Es war das Wichtelmännchen, das ihm im Traum erschienen war. Es führte ihn in einen hohlen Berg, wo die Wichtelmänner wohnten. Dort drinnen war alles so klein und winzig, aber so zierlich und wunderschön, dass es eine Freude war, es anzusehen. Viele Wichtel kamen ihm entgegen und begrüßten ihn freudig. Sie baten ihn, bei ihnen zu bleiben und da sie so lieb baten, willigte er ein.
Hans half ihnen, so gut er konnte und immer erhielt er ein liebes Wort. Auch wenn er nur da saß und den Hasen beim Spiel zuschaute, kamen sie zu ihm und freuten sich mit ihm. Seine Augen begannen zu strahlen und oft stahl sich ein Lächeln auf sein Gesicht. Abends lachte und tanzte er mit den Wichteln auf der Wiese. Danach ging er mit den Wichteln schlafen. Sein Bett stand gleich neben den Bettchen der Wichtelmänner. Jeden Morgen, wenn er aufstand, strahlten er und die Sonne um die Wette. …

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