Die Kinder des bösen Zauberers


… Der Zauberer hatte zwei Kinder, die nicht böse, sondern in ihrem Inneren sanftmütig und hilfsbereit waren. Sie konnten es aber nicht zeigen, denn sobald sie dies taten, bekamen sie vier Tage lang nichts zu essen und zu trinken. Zudem erhielten sie noch eine Tracht Prügel. Die Kinder waren sehr traurig. Ihre Mutter hatten sie nie kennengelernt.

Eines Tages kam der Zauberer nach Hause und zog zwei widerstrebende Kinder hinter sich her. Sie waren gut und reich gekleidet. Ohne auf ihr Weinen und Klagen zu achten, sperrte er sie in einen Käfig, schob einen großen Riegel vor und fügte noch ein Schloss dazu. „Hier bleibt ihr, bis euer Vater, der König, euch auslöst gegen sein Königreich.“ Er rieb sich die Hände und freute sich, einen so guten Fang gemacht zu haben. Den Schlüssel nahm er an sich und befahl seinen Kindern, den gefangenen Kindern etwas zu Essen zu bringen. Dann legte er sich schlafen. In der Nacht aber schlich sein Sohn heimlich an sein Bett und stahl ihm den Käfigschlüssel. …

Der Zauberer rief nach seinen Kindern, doch niemand antwortete. Da eilte er zu den Käfigen. Wie entsetzt war er, als er sah, dass auch die Königskinder nicht mehr da waren. Das Schloss und der Riegel waren geöffnet. Er fasste in seine Hosentasche. Der Schlüssel für den Käfig war verschwunden. Er musste ihn verloren haben.

Laut rief er nach seinen Kindern, er suchte sie im ganzen Haus und in der näheren Umgebung. Aber er fand nicht einmal eine winzigste Spur von ihnen. Da kam ihm der Gedanke, dass sie vielleicht zusammen mit den Königskindern die Flucht ergriffen hatten. Er fluchte so laut, dass die Bäume schwankten. Wütend schaute er durch sein Zauberglas. Und tatsächlich! Er entdeckte die vier Kinder am Waldrand auf dem Weg zum Schloss. Blitzschnell verzauberte er sich in einen Falken und jagte ihnen nach. …

Advertisements